Unser neustes Projekt, das Bildungs- und Gesundheitszentrum von Yadavpur, liegt in
Bihar und die Menschen dort gehören zu den ärmsten Indiens.
Warum wir in einem kleinen Dorf auf dem Land helfen und wie anders das Leben für die Menschen dort ist, erfährst Du hier.

[su_column size=“1/3″][/su_column]Der indische Bundesstaat Bihar liegt im Nordosten, im am dichtesten besiedelten Gebiet Indiens und die Hauptstadt des Bundesstaats ist Patna.
Mit 104 Millionen Einwohnern (Stand: 2011) ist Bihar einer der meist bewohnten Bundesstaaten Indiens und das obwohl Bihar weniger als ein Drittel der Fläche von Deutschland hat. Im Vergleich liegt die Bevölkerungsdichte für Deutschland bei 231 Menschen pro km² und für Bihar bei unglaublichen 1 102 Menschen pro km²!
Armut ist in Bihar weit verbreitet, sodass 1/7 der Menschen, die in Indien unterhalb der Armutsgrenze leben, in Bihar wohnen.
Bihar ist schon heute weit vom durchschnittlichen indischen Lebensstandard entfernt: es hat die meisten Analphabeten, das niedrigste Wirtschaftswachstum, die wenigste Industrie, den niedrigsten Anteil an Kinder, die zur Schule gehen, und die höchste Anzahl an Kindern und Erwachsenen mit Mangelernährung.
Unten geht es weiter.
 
 
[su_note note_color=“#ebeae8″ text_color=“#000000″] Bihar und Deutschland im Vergleich:
88% der Menschen in Bihar leben auf dem Land, in Deutschland leben 75% der Menschen in Städten.
90% der Menschen in Bihar sind von Agrarwirtschaft abhängig, in Deutschland sind gerade einmal 1,5% in der Landwirtschaftbeschäftigt.
80,2% der Landbevölkerung von Bihar besitzen keine Toilette und verrichten ihre Notdurft unter freiem Himmel. In Deutschland sind nur 1% ohne direkten Zugang zu Sanitäranlagen.
Nur 13,9 % der Menschen in Bihar haben Elektrizität, in Deutschland dagegen sind es 100%.
Fast 40% der Menschen in Bihar leben unter der absoluten Armutsgrenze (d.h. Existenzbedrohend, unter 2$ am Tag), in Deutschland gibt es keine absolute Armut.
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Bihar ist hauptsächlich ländlich geprägt und die Probleme der Landbevölkerung sind zumeist mangelnde Bildung, kein Zugang zu Ärzten und medizinischer Versorgung, kein Landbesitz, keine Aussicht auf gute Jobs und niedriger sozialer Status.

Yadavpur in Bihar

Auch die Menschen von Yadavpur sind von Armut betroffen.


Als ob es die Menschen nicht schon schwer genug haben, kommt noch hinzu, dass die staatlichen Behörden und Einrichtungen von Korruption und Vetternwirtschaft zerfressen sind und der Staat somit seinen Pflichten in der Bereitstellung von Bildung und medizinischer Versorgung für alle nicht nachkommen kann.
Vor allem die unter Armut leidenden unteren Gesellschaftsschichten sind davon stärker betroffen als andere soziale Gruppen. Denn wenn der Staat (überhaupt) Gelder für Strom, Straßen, Bildung oder Krankenhäusern ausgibt, wird das nur in den Gegenden investiert, in denen die oberen Schichten leben. Die unteren Schichten (z.B. den Dalits) profitieren davon nicht.
Warum wird den Armen nicht von der Regierung geholfen?
Das Problem ist Folgendes:
1. Der Staat gibt ohnehin schon zu wenig Geld für die Entwicklung aus.
2. Das wenige Geld, das ausgegeben wird, kommt bei den unteren nicht an, da es auf dem Weg dorthin in der Korruption versickert.
3. Wenn etwas in Entwicklung investiert wird, geschieht dies nicht in den armen Gegenden, die es am nötigsten hätten.
4. die staatlichen Angebote an medizinischer Versorgung und Bildung sind zum einen schlecht, zum anderen entsprechen sie nicht den Bedürfnissen.
Darum hat Muskaan entschieden, sich aktiv um die Bildung und medizinische Versorgung von Armen, auf dem Land lebenden Menschen aus den unteren Schichten zu engagieren. Die Unterstützung im Bereich der medizinischer Versorgung und der Bildung sind wichtige Schritte in der Bekämpfung von Armut.
[Hier findest Du mehr über unser Projekt im Dorf Yadavpur]
K800_Indien Okt 2015 (K1024) (1408)


Quellen:
Unicef Data/Bihar
UNdata (Country Profile Germany)

Worldbank Report „Bihar: Towards a Development Strategy
Worldbank Data (Improved sanitation facilities, Access to electricity)
Rapid Survey on Children 2013-14 (RSOC)